express 4/2026 erschienen!

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Inhalt

Gewerkschaften Inland

Reinhard Bispinck: »Betriebliche Flexibilität und individuelle Arbeitszeitwünsche« – Tarifliche Regelungen zur Arbeitszeit   1

Heiner Dribbusch: »Der Abwärtstrend setzt sich fort« – Mitgliederentwicklung der DGB-Gewerkschaften 2025   4

Ulrich Maaz: »Getrennt verhandeln, gemeinsam streiken« – Tarifrunden im ÖPNV   6

Gaston Kirsche: »Ein Schnaps reicht zum Leben nicht« – Kommentar zum TV-L-Ergebnis   7

Susanne Uhl: »Auf dem Weg zu 80 Prozent Tarifbindung?« – Tariftreuegesetz verabschiedet   12

Betriebsspiegel

»Nein zum Umbau auf Kriegswirtschaft!« – Erklärung von IG Metall-Kolleg:innen bei Volkswagen   5

Politik und Debatte

Lucas Rudolph: »Inflationsausgleichsprämie, die zweite« – Entlastungsprämie schadet mehr als sie hilft   13

AG Wahlbeobachtung: »Mehrheit wählt rechts, Linke bleibt außen vor« – Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz   14

Internationales

Hans-Christian Stephan: »Organizing international« – Bericht vom »Workers’ Voice International Meeting« in Belgrad   9

»Arbeitskonflikte entlang der automobilen Wertschöpfungskette« – Gespräch mit Milan Škobić über die serbische Autoindustrie   10

Europa-Express, Folge 14

Roland Erne: »Ein Urteil vor, zwei Gesetze zurück« – ein soziales EuGH-Urteil, Verwässerung des Lieferkettengesetzes und EU Inc. 3

Rezensionen

Robin Mohan: »Klassenformierung in postindustriellen Zeiten« – Alexander Gallas untersucht, wie Streiks ein Gefühl von Klasse schaffen   8

György Széll: »Fruchtbare Zusammenarbeit« – Sammelband feiert Kooperation von Gewerkschaften und Hochschulen   11

Jan-Peter Abraham: »Trauma – eine Literaturstudie« – Aline Zieher über den Traumabegriff und die Folgen des russischen Kriegs   16

Editorial

Geneigte Leserinnen und Leser,

»Erst unsere Jobs, dann eure Profite« ist das Motto des DGB für den diesjährigen 1. Mai. Das klingt ein bisschen traditionell – und ebenso traditionell mutet die Faust an, die als Kampa­gnenlogo dient. Ob es dem DGB damit gelingt, die Massen auf die Straße zu bekommen?

Nun ist Tradition gar nichts Schlechtes – auch wir blicken mit Stolz zurück auf unsere Traditi­on von mehr als sechzig Jahren. Und dem traditionellen Achtstundentag können wir viel ab­gewinnen. Für den streikten am 1. Mai 1886 in Chicago 90.000 Arbeiter:innen, woraus sich die Haymarket-Affäre ergab, in der sieben Gewerkschafter zum Tode verurteilt wurden nach einem Bombenwurf mit 18 Toten auf dem Haymarket Square – obwohl sie mit dem Anschlag nichts zu tun hatten. Deshalb wird bis heute jährlich in aller Welt der 1. Mai als Tag der Ar­beiter:innenbewegung begangen.

Da liegt es nahe, am 1. Mai für die Verteidigung des Achtstundentags – und perspektivisch für eine weitere Verkürzung der Arbeitszeit! – zu demonstrieren. Der wird seit dem Antritt der schwarz-roten Koalition in einem fort angegriffen, obwohl gesetzlich längst regelmäßige Zehnstundentage möglich sind und es zahllose tarifliche und betriebliche Möglichkeiten gibt, davon abzuweichen. Die werden in den Debatten über die Arbeitszeit aber regelmäßig unter­schlagen, woran Reinhard Bispinck erinnert (S. 1).

Wir wollen nicht unterschlagen, was sich seit unserer letzten Ausgabe getan hat. Wie wir dort angekündigt hatten, haben wir einen Rückblick von Said Hosseini auf die Proteste im Iran im Dezember und Januar auf unserer Website veröffentlicht. Ebenfalls online – aber nicht bei uns, sondern bei labournet.de unter den Rubriken »Argentinien« und »Gewerkschaften und Klima« – findet Ihr die ins Deutsche übersetzte Langfassung des Artikels von Sol Klas und Gerardo Juara zur Leugnung des Klimawandels und der Krise der Gewerkschaften in Argenti­nien, der gekürzt in unserer letzten Ausgabe erschienen ist.

Weil wir selbst nicht untätig waren, erlauben wir uns drei Bitten an Euch: Falls sich Eure An­schrift oder Mailadresse ändert, teilt uns das bitte mit. Dann bekommt Ihr die Zeitung wie ge­wohnt zugestellt und vermeidet Mehraufwand für uns beim Versenden der Rechnungen. Zweitens: Denkt bitte darüber nach, ob Eure Abokategorie noch passt. Solltet Ihr feststellen, dass Ihr statt Eurem ermäßigten Abo auch ein reguläres (50 Euro pro Jahr) oder statt einem normalen ein Förderabo (90 Euro pro Jahr) finanzieren könnt, freuen wir uns sehr. Und schließlich: Wir suchen schon ab Juni Verstärkung für die Redaktion. Verbreitet also bitte un­sere Stellenanzeige!

Nun haben wir zum Inhalt dieser Ausgabe noch fast nichts gesagt. Also lest einfach selbst – zum Beispiel, wenn Euch Funktionär:innen bei der Kundgebung zum 1. Mai gerade mit aus­ufernden Reden langweilen.

Wir wünschen anregende Lektüre!

Bildnachweis

Was passiert, wenn sich am gerade weggeschmolzenen Nordpol der letzte Eisbär und der Tod treffen? Klar: Sie begeben sich gemeinsam auf eine Reise um die Welt. Denn der Bipolar-Bär ist auf dem Nord- und dem Südpol zuhause. Das wusstet Ihr nicht? Der Tod auch nicht.

Auf seiner Tour begegnet das ungleiche Duo aus Bipolar-Bär und Tod überall vom Aussterben bedrohten Tieren. Die beiden lernen sich immer besser kennen und diskutieren über Leben und Tod, über den Klimawandel und das Artensterben, über die Verantwortung der Menschen.

Federico Cacciapaglia widmet sich diesen ernsten Themen mit viel Humor in seinem stim­mungsvoll-farbenfrohen Comic. Wir danken dem Jaja Verlag herzlich für die Überlassung der Bilder!

Federico Cacciapaglia: Der Bipolar-Bär, Jaja Verlag, Berlin 2024, 116 Seiten, farbig, 16 x 23 cm, Softcover, ISBN: 978-3-948904-64-7

express 11/2022 erschienen!

express 11/2022 erschienen!

Gesamtausgabe zum Download

Inhaltsverzeichnis

Gewerkschaften Inland

Robert Sadowsky: »Konfrontation oder Kollaboration?« – Die Tarifauseinandersetzung in der Metall- und Elektroindustrie 2022 1

Lithurgos Ipar: »Auf die Gewerkschaft bauen?« – Über den Gewerkschaftstag der IG BAU 3

»Demokratischer streiken und verhandeln« – Dokumentiert: Antrag zur Revitalisierung der Flächentarifauseinandersetzungen TVöD und TV-L 4

Fritz Hofmann: »Schutzschirm gegen Inflation?« – Zum Tarifabschluss für die chemische Industrie 7

Betriebsspiegel

Fritz Hofmann: »Kampf zweier Linien« – BASF: Abbau hier, Expansion dort 9

Stefan Krull: »Gewerkschaftliche Perspektiven, wissenschaftliche Expertisen« –
Zur sozial-ökologischen Transformation 13

Bewegung mit Recht

René Kluge: »Verschiedene (Erst-)Sprachen im Betrieb?« – Folge 23 5

Politik & Debatte

Ulrich Maaz: »Mehr schiefe historische Vergleiche als Analyse…« – Kritische Anmerkungen zu Klaus Weber 6

Tomas Nieber: »Starker Tobak« – Leserbrief zum Artikel von Klaus Weber 7

AG Wahlbeobachtung: »Niedersächsische Momentaufnahme« – Zur Niedersachsenwahl 2022 8

Internationales

Peter Kern: »Halt die Gosch« – Über das schwierige Verhältnis deutscher Unternehmen zu Menschenrechten 9

Jörg Nowak: »Rückkehr zum ›normalen Kapitalismus‹ oder anhaltender Aufstand der Rechten?« – Zu den Präsidentschaftswahlen in Brasilien 10

Karsten Weber: »Homebase: die globale Gig-Ökonomie« – Über das Entstehen grenzüberschreitender Solidarität unter Riders 12

Re-Visited

Eva Brumlop und Hartmut Bäumer: »Ökologiebewegung und Arbeiterbewegung« –
Ein Beitrag aus express 2/1980 15

Kurzes

Antipasti 14

Vermischtes 6, 16

Editorial

Geneigte Leserinnen und Leser,

als nur nahezu monatlich erscheinendes Printmedium sind wir normalerweise nicht der Aktua­lität verpflichtet, sondern eher der hinter- und untergründigen Analyse. Diesmal jedoch sind wir so aktuell, wie wir nur sein können: Der letzte Tag des Umbruchs fällt auf die Einigung im Tarifkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie und Robert Sadowsky lieferte uns in Mi­nutenschnelle den passenden Beitrag dazu (S. 1).

Sowieso sind wir in Sachen Tarifgeschehen dieses Mal am Nabel der Zeit: Der IG BCE-Tarif­abschluss (S. 7) ist ebenso Thema wie die anstehenden Verhandlungen im öffentlichen Dienst (S. 4). Der gewerkschaftliche Teil dieser Ausgabe wird durch einen Bericht vom Gewerk­schaftstag der IG BAU abgerundet (S. 3).

So harmlos und old school diese tarif- und gewerkschaftspolitischen Auseinandersetzungen auf den ersten Blick anmuten: Sie bergen in mehreren Hinsichten gesellschaftspolitischen Zündstoff, macht sich doch quer durch die Arbeitnehmerbank (und die Arbeitgeberbank so­wieso) eine Tendenz zum Deal mit situationsbezogenen Einmalzahlungen je nach Gewinnlage breit. Dies – ganz so, wie in der »Konzertierten Aktion 2.0« im Oktober 2022 beschlossen – steuer- und sozialversicherungsabgabenfrei. Dass dies nicht nur ›den Markt‹ unmittelbar auf die individuellen Haushaltseinkommen herunterbricht, sondern auch die verteilungspolitische Kluft zwischen den Porsche-, Daimler- und VW-Beschäftigten mit ihren hohen Sonderzahlun­gen und den ›Normalos‹ vergrößert, sondern auch die originäre Funktion von Tarifverträgen aushöhlt und Auswirkungen auf kommende Kampfbewegungen haben wird, dürfte klar sein. Ob ›wir‹ mit dieser Art Konzertierter Aktion aber schon (oder noch?) im Sumpf der Volksge­meinschaft waten, wie Klaus Weber im letzten express vermutet hatte, dazu zwei ausführliche Kommentare bzw. Leserbriefe von Tomas Nieber und Ulrich Maaz (S. 6, 7).

Ebenfalls schon mal schwächer auf der Brust waren ›wir‹ im Internationalen, mit dem wir ge­gen Konzertierte Aktion und Co halten: Uns beschäftigen der Ausgang der brasilianischen Wahlen (S. 10), internationale Rider-Proteste (S. 12) sowie ein deutsches Unternehmens-En­gagement in China (S. 9).

Apropos schwach auf der Brust: Luft nach oben ist in Sachen Finanzen auch beim express. Ihr findet deswegen zur Einstimmung in die besinnliche Jahresendzeit einen Spendenaufruf bei­gelegt. Wir bitten um freundliche Beachtung, der dann im besten Fall auch Taten folgen.

Doch wer kauft schon gerne die Katze im Sack? Bevor ihr, geneigte Leserinnen und Leser, eure Portemonnaies, Scheckhefte und Tan-Generatoren zückt, wünschen wir erst mal wieder eine zum Nachdenken anregende und aufrüttelnde Lektüre.

Bildnachweis

Selten genug, dass wir einen Artikel illustrieren: Aber der Blog des Forum Arbeitswelten bot uns nicht nur den Anlass für einen Beitrag über globale Riders-Solidarität (siehe S. 12) son­dern zugleich auch viele wunderbare Bilder dazu, die diese Solidarität plastisch werden las­sen. Urheber dieser Bilder ist weder das Forum Arbeitswelten noch Autor Karsten Weber, sondern die Aktivist:innen selber. Karsten Weber ist dennoch für die Vorsortierung zu dan­ken, nicht selten handelt es sich um Screenshots aus Aktionsvideos (zum Leid unserer Grafi­kerin). Ergänzt haben wir die auf dem Blog vorliegenden Bilder durch einige Bilder von Ac­counts der Aktivist:innen in den »sozialen« Netzwerken (hallo, Elon!). Unser Dank fällt also im Geiste unserer Zeitung aus: Wir danken den aktiven Riders weltweit!