20 Jahre SGB II
Eine nur mäßig wechselvolle Geschichte neosozialer Ausschließung
26. Januar 2026, 19 Uhr, Frankfurt am Main (ehemalige Dondorf-Druckerei)
Vorgeschichte, Inkrafttreten und Entwicklung des SGB II stehen paradigmatisch für ein enttäuschtes Versprechen universeller Teilhabe. Mit der Anrufung zur Aktivierung waren immer Ausschlussdrohungen verbunden, mit der Adressierung von »Unternehmer:innen ihrer selbst« immer auch die Legitimation von Strafpraktiken. Die Programmatik des SGB II ist im Zeichen wechselnder politischer Kräfteverhältnisse unterschiedlich gelesen und operationalisiert worden. Für 2026 wartet nun die aktuelle Bundesregierung unter dem Titel »Neue Grundsicherung« mit der Herabsetzung der Grundsicherungsleistungen, neuen Regeln der Aktivierung und einem veränderten Strafenkatalog auf, um dem rechtspopulistischen Klima Rechnung zu tragen. Damit treibt sie Erwerbslose noch mehr als bisher in Konkurrenzverhältnisse und schürt Entsolidarisierung. Nicht zufällig kehrt in diesem Kontext die Faulheitsdebatte zurück, während das Arsenal der Strafen, ob formal oder informell, schon seiner Anwendung harrt.
Eine Kooperationsveranstaltung vom Frankfurter Arbeitslosenzentrum (FALZ), dem Institut für Sozialforschung (IfS) und dem Institut für Stadt- und Regionalentwicklung (ISR) der Frankfurt University of Applied Sciences (FRA-UAS). Es diskutieren Frank Ehmann (FRA-UAS), Katja Kipping (Vorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes), Christian Kolbe (ISR), Stephan Lessenich (IfS) und Anna Schumacher (FALZ).
Termin: 26. Januar 2026, 19 Uhr
Ort: Ehemalige Dondorf-Druckerei, Frankfurt am Main
