Labor.A: Human

Sei dabei: LABOR.A® am 15.09.2026

Wie gestalten wir Arbeit für die Zukunft? Welche Zukunft können wir uns vorstellen? Was lässt sich heute erreichen für Fairness, Solidarität und gute Arbeit von morgen?

Die LABOR.A® ist die hybride Konferenz zur Arbeit der Zukunft der Hans-Böckler-Stiftung, die in Berlin stattfindet. Am 15. September 2026 bauen wir zum neunten Mal Räume, um gemeinsam nach vorne zu denken und als starkes, vielfältiges Netzwerk Ideen für die Gestaltung zukünftiger Arbeitswelten zu entwickeln. Programm und Anmeldehinweise finden Sie hier.

Es gibt u.a. folgende Panels:

Wissenschaft unter Druck – Menschliche Erkenntnisfähigkeit als demokratische Ressource

12:30 – 13:30 Uhr

Rechtsextreme Akteure haben die Wissenschaft als Angriffsfeld und den Ruf nach Neutralität als Waffe identifiziert. Die Legitimität von Disziplinen, die Autonomie von Institutionen und die Relevanz fundierter Faktenproduktion wird strategisch in Frage gestellt. Forscher*innen werden nicht inhaltlich widerlegt, sondern als Aktivist*innen delegitimiert.  

Die Angriffe zielen auf ein an vielen Stellen vulnerables System – prekäre Arbeitsbedingungen, finanzielle Abhängigkeiten und Ökonomisierungszwänge schaffen offene Flanken. Gleichzeitig kann das Wissenschaftsfeld theoretisch auf immense Ressourcen, Netzwerke und Institutionen zugreifen, um erstarkenden autoritären Kräften viel entgegenzusetzen, um kritische Forschung zu erhalten und das Vertrauen in komplexe Erkenntnisse zu stärken. 

Kritische, unabhängige und engagierte Stimmen sind gerade jetzt unverzichtbar. In einer Zeit, in der Fakten bestritten, Erinnerungen umgeschrieben und soziale Rechte ausgehöhlt werden, ist Wissenschaft nicht nur Erkenntnisquelle — sie ist auch demokratische Ressource. Ihr Schutz ist deshalb keine akademische Frage, sondern sie betrifft uns alle.

Brutalisierung des Arbeitslebens: Milei, Trump, Merz?

15:15 – 16:00 Uhr

Die Session analysiert die globale „Brutalisierung“ des Arbeitslebens durch das Zusammenwirken von radikalisiertem Konservatismus, Rechtsextremismus und libertärem Autoritarismus. Am Beispiel der „Schocktherapien“ von Javier Milei (Argentinien) und Donald Trump (USA) zeigen Anne Tittor und Francesca Barp, wie kollektive Schutzrechte als „Privilegien“ delegitimiert werden, Umverteilung und öffentliche Güter abgeschafft werden und gewerkschaftliche Gegenwehr kriminalisiert wird. Nikolai Huke diskutiert den Transfer auf Deutschland: Zur Debatte steht, inwieweit Vorstöße seitens der CDU/CSU oder der AfD – etwa zur Lohnfortzahlung oder Arbeitszeit – auch hier eine marktradikale Umgestaltung der Arbeitswelt einleiten.

Die Session ist als interaktives Panel mit drei Impulsbeiträgen konzipiert. Nach einer pointierten Einführung in die Länderbeispiele und dem Transfer auf die deutsche Debatte, öffnet sich die Session für eine moderierte Diskussion. Ziel ist der direkte Austausch mit den Teilnehmenden über das Wesen der marktradikalen Offensive und gewerkschaftliche Antworten auf sie.

Angriffe auf den Mindestlohn: Ausnahme heute, Standard morgen?

16:15 – 17:00 Uhr

Der gesetzliche Mindestlohn steht derzeit mit Forderungen nach Ausnahmen für migrantische Saisonarbeiterinnen in der Landwirtschaft zur Diskussion. Der Deutsche Bauernverband lobbyiert mit einem von ihm in Auftrag gegebenen Rechtsgutachten mit der Einschätzung, dass eine Ausnahme machbar sei, sofern man diese mit nationaler Ernährungssicherheit und der wirtschaftlichen Existenz deutscher Betriebe begründe.

Wir diskutieren, inwiefern eine mögliche Ausnahmeregelung im Kontext aktueller autoritärer Verschiebungen und anhaltender Angriffe auf Arbeitnehmerinnenrechte nicht nur die Rechte prekärer migrantischer Arbeitskräfte, sondern auch die arbeitsrechtliche Errungenschaft des allgemeinen gesetzlichen Mindestlohns insgesamt bedroht.

Termin: 15. September 2026, ab 9:00 Uhr

Ort: Berlin, Karl-Marx-Allee 34, Cafe Moskau und digital

Weitere Informationen: Website der Konferenz