WSI-Tariftagung

Tarifbilanz – Tarifarbeit in den Niedriglohnsektoren – Arbeitszeit – Stärkung der Tarifbindung

11. – 12. Dezember 2025, Meliá Hotel, Düsseldorf

Die Bilanz des WSI-Tarifarchivs fällt ernüchternd aus: Die Reallohnverluste der Jahre 2022 bis 2024 konnten bislang nicht ausgeglichen werden. Die Entwicklung der Tariflöhne lässt zu wünschen übrig, nicht zuletzt, weil die Inflationsausgleichsprämien der vorigen Jahre wieder weggefallen sind.

Mit dem Antritt der Regierung Merz ist die Arbeitszeit zum zentralen politischen Thema geworden. Das Credo lautet: Alle müssten mehr und länger arbeiten, der Achtstundentag und das deutsche Arbeitszeitgesetz seien überholt. Sie müssten geändert werden, um mehr Flexibilität zu ermöglichen. Dabei ist Deutschland seit jeher Flexibilitätsweltmeister in puncto tarifvertraglicher Arbeitszeitgestaltung.

Noch immer hat die Bundesrepublik einen der umfangreichsten Niedriglohnsektoren in Europa – der größte Teil davon ist tariflos. Aber es gibt auch viele Niedriglohnbranchen, in denen die Gewerkschaften Tarifverträge verhandeln.

Wie lassen sich mit begrenzten Machtressourcen (erfolgreich) Tarifbewegungen im Niedriglohnsektor führen? Wie kann generell eine Trendwende hin zur Stärkung der Tarifbindung erreicht werden? Was wird die Bundesregierung tun, um die Europäische Mindestlohnrichtlinie in einen nationalen Aktionsplan umzusetzen? Wird mehr herauskommen als das geplante Tariftreuegesetz? Was machen unsere europäischen Nachbar:innen?

Diesen und vielen weiteren Themen widmet sich die Tariftagung des WSI, bei der Forscher:innen und Tarifpraktiker:innen über aktuelle, manchmal spektakuläre, manchmal eher unbekannte Tarifbewegungen sprechen.

Anmeldung: https://www.boeckler.de/de/aktuelle-veranstaltungen-2718-tarifbilanz-niedriglohnsektor-arbeitszeit-staer
kung-der-tarifbindung-71935.htm