Veranstaltung in HAMBURG

Neoliberale Gesundheitspolitik – Kritik und Alternativen

Sozialistischer Salon mit Nadja Rakowitz

Termin:Donnerstag, 26. April 2012, 19.30 Uhr
Ort:CENTRO SOCIALE, Sternstr. 2,
20357 Hamburg (Nähe U-Bahn Feldstraße)
Veranstalter:Sozialistischer Salon der Zeitschriftenredaktionen des express/AFP e.V. und der Widersprüche

Zwischen 2004 und 2009 hat – altersbereinigt – die Zahl der Computertomografien (Strahlenbelastung 2-10x höher als bei einfachem Röntgen) in Deutschland um 20 % zugenommen. Bei den Kernspintomografien liegt Deutschland im internationalen Vergleich bereits an der Spitze, wie auch bei den künstlichen Hüft- und Kniegelenken.

Die Zahl der Kaiserschnittentbindungen ist seit der neuen Finanzierungsweise der Krankenhäuser im Jahr 2004 um 100 % gestiegen. Gleichzeitig wurde in den Krankenhäusern so viel Personal in der Pflege abgebaut, dass die KollegInnen dort an ihre Belastungsgrenzen stoβen und die Pflege manchmal schon gefährlich wird. Bei bestimmten Leistungen und bei – wenig lukrativen – Bevölkerungsgruppen gibt es inzwischen auch schon Rationierungen in der Versorgung.

Und die Gesetzlichen Krankenkassen werden immer weiter zu Unternehmen umgebaut. Die Ökonomisierung ist also schon tief eingedrungen in das Gesundheitswesen. Die schwarz-gelbe Gesundheitsreform stand unter der im Koalitionsvertrag formulierten wirtschaftspolitischen Prämisse: »Der Gesundheitsmarkt ist der wichtigste Wachstums- und Beschäftigungssektor in Deutschland«. Und so sieht sie auch aus.

Nadja Rakowitz wird vor diesem polit-ökonomischen Hintergrund die aktuelle Gesundheitsreform und die unterschiedlichen Interessen der Akteure im Haifischbecken Gesundheitswesen erläutern.

Nadja Rakowitz ist Geschäftsstellenleiterin des Verbandes Demokratischer Ärztinnen und Ärzte und Mitglied der Redaktion express.

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