Diskussionsveranstaltung in Frankfurt

Frühschicht oder Morgenmuffel?

Linke Fabrikintervention seit den 1970er Jahren

Termin:15. Oktober, 19 Uhr
Ort:DGB Jugendclub U 68, Frankfurt a.M.,,
Wilhelm-Leuschner-Straße 69-77, Hintereingang
Veranstalter:Redaktion express, Interventionistische Linke Frankfurt a.M., in Kooperation mit Rosa Luxemburg Stiftung Hessen

„Ich wusste nicht, was auf mich zukam. Aber ohne die Arbeiterklasse hatten wir keine Chance, die Welt zu verändern, so viel war klar.“ Das schrieb Harry Oberländer 1977 – Jahre, nachdem er als revolutionärer Aktivist bei Opel in Rüsselsheim angeheuert hatte. Was heute kaum vorstellbar klingt, war in Folge der 1968er-Aufbrüche weit verbreitet. Einige Tausend junge Linke tauschten den Seminarstuhl gegen die Werkbank, um sich mit den Arbeitern am Fließband zu vereinen. In seinem Buch „Frühschicht“ zeichnet Jan Ole Arps die Entwicklung dieses politischen Experiments nach. Er beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Konzepten der Fabrikintervention, schildert die Kluft zwischen revolutionärer Hoffnung und betrieblichem Alltag und forscht nach den Strategien der Beteiligten, mit diesem Widerspruch umzugehen.

Auf der Veranstaltung geht es um eine Auseinandersetzung mit der Geschichte betrieblicher Kämpfe in der Bundesrepublik – und um aktuelle Fragen: Kann radikale Gesellschaftsveränderung im Arbeitsalltag ansetzen? Welche Voraussetzungen braucht es dafür? Wo liegen die Grenzen des politischen Aktivismus? Was lässt sich aus den Fabrikinterventionen der 70er-Jahre für heutige Organizing-Ansätze lernen?

Buchvorstellung und Diskussion mit dem Autor Jan Ole Arps, Kirsten Huckenbeck, Redaktion express, und Wolfgang Schaumberg, von 1970 bis 2000 bei Opel Bochum und bis heute aktiv in der betrieblichen Opposition. 

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