Newsletter express-Ausgabe 4/2013
25. April 2013
(Die Print-Ausgabe erscheint im Laufe der 18. Kalenderwoche.)
Der neue express wird gerade gedruckt und sollte bei unseren AbonnentInnen spätestens am 30. April zugestellt sein.
Wer regelmäßig über den Inhalt der neuen Ausgaben informiert werden möchte, kann den Newsletter über unsere Homepage www.express-afp.info subskribieren.
INHALTSVERZEICHNIS des express:
Gewerkschaften Inland
| »»Ebay für Arbeitskräfte«, ver.di-Positionspapier zu Gefahren für Gesellschaft und ArbeitnehmerInnen durch Crowdsourcing und Cloudworking |
| Andreas Bachmann: »Unendliche Geschichte, leider: Tarifverträge gegen Equal Pay« |
| Oliver Brüchert: »Angestellt und angeschmiert« – zur Tarifrunde 2013 im öffentlichen Dienst der Länder |
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»Gleich bezahlen, jetzt!«, Offener Brief gegen einen neuen Tarifvertrag in der Zeitarbeit |
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»Widerstand im Herzen … des europäischen Krisenregimes«, Blockupy blockt wieder |
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»Was zählt, ist auf’m Platz«, auch GewerkschafterInnen rufen auf zu Blockupy 2013 |
Betriebsspiegel
| Herbert Rehm: »Im Weltauktionshaus. Crowdsourcing und der globale Wettbewerb um Arbeit – das Beispiel IBM« |
| Anna Leder/Sandra Stern: »Mehr als ein Packerl Luft!?«, zum Spitalsstreik in der Alpenrepublik |
| Raewyn Connell: »Warum ich heute gestreikt habe«, Offener Brief an die Leitung der Universität Sydney |
Internationales
| »Im Zweifel für den Ankläger«, Petition zur Verteidigung der Unschuldsvermutung in Griechenland |
| Willi Hajek: »Chronik eines angekündigten Todes. Drei Monate Streik gegen Werksschlieβung bei PSA-Peugeot Aulnay«
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| Willi Hajek: »Die Lohnarbeitsanstalt sprengen«, Nachruf auf Jean Raguénès, Arbeiterpriester und Lip-Aktivist |
| Jane Slaughter: »Keine Schraube verlässt
das Gelände«, zur (Erfolgs-)Geschichte der Arbeiterkooperative Tradoc in Mexiko
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Rezension
| Wolfgang Völker: »Verflucht interessante Zeiten«, zwischen Warten und Erwartung – über Peter Birke/Max Henninger (Hg.): »Krisen Proteste« |
| Marcus Schwarzbach: »Kein Randgruppenthema«, über ein neu aufgelegtes
Handbuch für die Jugend- und Auszubildendenvertretung |
| Gaston Kirsche: »Kämpfen gegen den Kollaps. Das bulgarische Gesundheitswesen durch die Windschutzscheibe eines Rettungswagens betrachtet«, über den Dokumentarfilm »Sofia’s Last Ambulance« |
EDITORIAL
Geneigte Leserinnen und Leser,
Wie war das noch gleich? Scheitert der Euro, scheitert Europa? Oder scheitert dann nur Frau Merkel? Der Euro ist mal wieder gerettet worden – aber das könnten wir seit Jahren fast in jedem zweiten Editorial konstatieren.
An Biser Rusev, einem bulgarischen Ziegenhirten, der hier in Deutschland sein (Lohnarbeiter-)Glück suchte (zu den Verhältnissen in Bulgarien siehe die Filmbesprechung von Gaston Kirsche), ist Europa definitiv gescheitert: Aus Bulgarien wegen der Armut nach Deutschland gekommen, hat er in Frankfurt/M. als Scheinselbständiger gearbeitet und sich Ende Januar bei einem Arbeitsunfall im Industriepark Höchst schwer verletzt. Was dann folgte, ist nicht nur eine menschliche, sondern auch eine europäische Tragödie. Bis heute ist die notwendige Operation nicht gemacht worden, weil er systematisch durch alle europäischen sozialen Sicherheitsnetze gerutscht bzw. gereicht worden ist.
Erst als die Geschichte dank der ehrenamtlichen Arbeit von MigrAr – einer gewerkschaftlichen Anlaufstelle für MigrantInnen, an der der express sich beteiligt – bis in die bürgerlichen Medien vorgedrungen ist und es im Spiegel sogar zu einem Vierseiter (Nr. 16 vom 15. April 2013) geschafft hat, funktioniert die Versorgung ein wenig einfacher: Ärzte in Unikliniken können freundlich sein (nachdem sich die Wunde bis zu einem Abzess entzündet hat), erkennen Notfälle als solche an und erinnern sich an den Sinn von Narkosen, die Botschaft hilft plötzlich dabei, die fehlende Sozialversicherungsnummer zu recherchieren, und selbst die Polizei bietet an, bei der Beantragung einer europäischen Arbeitserlaubnis für den Kollegen behilflich zu sein. Glück sieht anders aus. Ein demokratisches und soziales Europa? Auch.
Und als ob es der Weltgeist geahnt hätte, lässt er, wie als Verneigung vor dem Motto von Blockupy I & II, »im Herzen der Bestie« (oder der Finsternis?) den Plenarsaal am Brüsseler Standort des Europäischen Parlaments vom Einsturz gefährden. Unsere Redakteurin hat’s gesehen. Verantwortlich ist zwar nicht die Dynamik demokratischer sozialer Bewegungen, sondern bloβ die schnäde Statik, aber offensichtlich hat es so im Gebälk geknirscht, dass das demokratische Parlament das nicht ausgehalten hat.
Ausgewählte Artikel der aktuellen Ausgabe sind in nächster Zeit im Labournet Germany e.V. unter www.labournet.de/express als Volltext-Beiträge einsehbar. Dort befindet sich auch das Archiv der - seit 1997 - im Netz verfügbaren Beiträge des express.
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